Leitern und Tritte Prüfung
Prüfservice

Leitern und Tritte Prüfung

Die Sicherheit von Leitern und Tritten hat oberste Priorität, da unsachgemäße Nutzung und Defekte zu schweren Arbeitsunfällen führen können. Eine sichere Verwendung erfordert daher regelmäßige Inspektionen.

Unabhängig davon, ob es sich um einen kleinen Tritthocker im Büro oder eine große Stand-Leiter im Lager handelt, sämtliche Leitern und Tritte, die von Mitarbeitern oder Besuchern in öffentlichen oder betrieblichen Einrichtungen genutzt werden können, gelten als Arbeitsmittel. Die Bereitstellung dieser Arbeitsmittel liegt in der Verantwortung des Unternehmens, einschließlich der regelmäßigen Überprüfung der Leitern.

Jährlich ereignen sich durchschnittlich bis zu 20.000 Leiterunfälle, von denen über 1.000 zu dauerhaften Arbeitsunfähigkeiten führen, einige sogar zum Tod. Um sicher mit Leitern und Tritten zu arbeiten, ist die Unterweisung der Beschäftigten und die jährliche fachkundige Prüfung durch eine "zum Prüfen befähigte Person" unerlässlich.

Gesetze & Vorschriften

Leitern und Tritte Prüfung nach DGUV Information 208-016

Die Benutzung und Prüfung von Leitern und Tritten unterliegen verschiedenen gesetzlichen Bestimmungen, darunter das Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) und die Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV). Das ArbSchG legt die Anforderungen für die Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz fest, während die BetrSichV die erforderlichen Maßnahmen zur Erfüllung dieser Anforderungen regelt und sicherstellt, dass alle Arbeitsmittel in regelmäßigen Abständen einer Prüfung unterzogen werden. Falls Leitern und Tritte zu den notwendigen Arbeitsmitteln gehören, müssen sie gemäß den Vorgaben der BetrSichV (§14 BetrSichV und §3 BetrSichV) ebenfalls überprüft werden.

Die DGUV-Richtlinien sowie Empfehlungen, insbesondere die DGUV Vorschriften 208-016, bieten Handlungsanleitungen für den sicheren Umgang mit diesen Arbeitsmitteln, einschließlich Richtlinien zur Prüfung. Gemäß BetrSichV und DGUV Information 208-016 sind regelmäßige Prüfungen von Leitern und Tritten durch qualifizierte Fachleute erforderlich, basierend auf festgelegten Kriterien für Art, Umfang und Fristen. Zusätzlich obliegt es dem Arbeitgeber, die Mitarbeiter über den korrekten Umgang mit Leitern und Tritten zu informieren.

Bei der Auswahl von Zugangsmitteln zu erhöhten Arbeitsplätzen sollten verschiedene Faktoren wie Höhenunterschied, Nutzungsdauer, Fluchtmöglichkeiten und Materialtransporte berücksichtigt werden, um zusätzliche Absturzgefahren zu vermeiden.

Häufigkeit

Wie oft müssen Leitern und Tritte überprüft werden?

Gemäß den gesetzlichen Vorschriften ist eine Prüfung von Leitern und Tritten mindestens alle 12 Monate erforderlich. Der Arbeitgeber ist dazu verpflichtet, eine Gefährdungsbeurteilung durchzuführen, wobei verschiedene Kriterien die genauen Prüffristen festlegen:

  • Benutzungshäufigkeit

  • Beanspruchung

  • Häufigkeit und Schwere früherer Mängel

In manchen Branchen kann es erforderlich sein, Leiterprüfungen täglich oder wöchentlich durchzuführen, falls der Sachverständige dies als notwendig erachtet.

Prüfperson

Wer darf eine Leiterprüfung durchführen?

Gemäß den gesetzlichen Vorgaben ist die Überprüfung von Leitern und Tritten ausschließlich befähigten Personen nach TRBS 1203 und Sachkundigen vorbehalten, wie in §2 Abs. 6 der Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) festgelegt. Die Befähigung ergibt sich aus Erfahrung, beruflicher Ausbildung und Tätigkeit im Bereich der Leiter- und Trittprüfung. Eine ordnungsgemäße Bescheinigung zum Zustand von Leitern und Tritten ist nur möglich, wenn diese Anforderungen erfüllt sind. Personen ohne entsprechende Befähigung dürfen keine Leitern und Tritte Prüfung durchführen.

Wer das Prüfen von Leitern und Tritten nicht ordnungsgemäß oder nicht rechtzeitig durchführt, handelt ordnungswidrig und kann im schlimmsten Fall strafrechtlich belangt werden.

Prüfungsüberblick

Was umfasst eine Leiter und Tritte Prüfung?

Regelmäßige Prüfungen von Leitern und Tritten erhöhen die Unfallprävention und bieten Unternehmen Schutz gegen Regressforderungen. Die strukturierte Prüfung fokussiert auf:

  • Bestandsaufnahme
    Überprüft welche Arten von Leitern oder Tritten an verschiedenen Standorten im Unternehmen verwendet werden.

  • Sicht- und Funktionsprüfung
    Überprüft den Zustand von Leiter- und Trittbauteilen, einschließlich Verschleiß, Verformung und Beschädigungen; das Vorhandensein sämtlicher Bauteile, Zubehör und Piktogramme; die Intaktheit der Verbindungselemente wie Haken, Bänder und Gelenke

Die Verwendung einer Checkliste für Leitern und Tritte erleichtert die Überprüfung, die Aspekte wie Aufstiegsart, Werkstoff, Leiterlänge und Sprossenanzahl einschließt. Es werden auch relevante Daten wie Hersteller, Artikelnummer, Anschaffungsdatum, Name des Sachkundigen und der nächste Prüftermin überprüft.

Abschließend werden die Prüfkriterien dokumentiert und mit einem Prüfsiegel versehen. Alle festgestellten Mängel werden im Protokoll erfasst und müssen umgehend behoben werden.

Reparatur oder Ersatz

Was tun, wenn bei der Leiterprüfung Mängel festgestellt worden sind?

Personen mit ausreichenden handwerklichen Fähigkeiten können geringfügige interne Instandsetzungsarbeiten durchführen, wie beispielsweise das Ersetzen von Sprossen, Stufen oder Leiterfüßen. Dabei ist es wichtig sicherzustellen, dass beschädigte Teile ausschließlich durch solche derselben Art ersetzt werden.

Für umfangreichere Reparaturen und Wartungsarbeiten wird die Beauftragung eines Fachmanns empfohlen, um eine professionelle Instandsetzung sicherzustellen. Im Zweifelsfall ist es ratsam, die Reparatur von Leitern durch den Hersteller durchführen zu lassen. Jede durchgeführte Reparatur muss im Kontrollblatt dokumentiert und vermerkt werden. Die Leiter sollte bis zur Reparatur nicht verwendet werden und nach jeder Mängelbehebung von einer zur Prüfung befähigten Person überprüft werden.

Bei erheblichen Schäden durch langjährige Nutzung sollte die Leiter sofort aus dem Sortiment entfernt und vor der Entsorgung an einem sicheren Ort aufbewahrt werden, an dem Mitarbeiter sie nicht unbeabsichtigt nutzen können.

Kontakt

Anfrage zur Prüfung von Leitern und Tritten

Möchten Sie eine unverbindliche Beratung, haben Sie Fragen oder sind an einem Angebot interessiert? Dann füllen Sie bitte das untenstehende Formular aus oder kontaktieren Sie uns direkt telefonisch.

Bitte beachten Sie unsere Datenschutzbestimmungen sowie unsere und AGB, die für jede Datenverarbeitung durch die MF Manfred Faske GmbH & Co. KG gelten.

Häufige Fragen

FAQ

Warum ist eine Prüfung von Leitern und Tritten wichtig?

Unternehmen, die ihren Mitarbeitern tragbare Leitern oder Tritte zur Verfügung stellen, müssen diese regelmäßig prüfen lassen, um das Unfallrisiko bei erhöhten Arbeitspositionen zu minimieren. Die Leiterprüfung DGUV, vorgeschrieben von der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV), zielt darauf ab, sicherzustellen, dass diese Arbeitsmittel den aktuellen Sicherheitsstandards entsprechen und für die jeweiligen Arbeiten in erhöhter Lage geeignet sind. Durch die intensive Prüfung von Aspekten wie Stabilität, Tragfähigkeit und Funktionalität von Sicherheitseinrichtungen wird größtmöglicher Arbeitsschutz gewährleistet. Die regelmäßige Durchführung der Leiterprüfung DGUV ist daher entscheidend, um die Sicherheit am Arbeitsplatz zu gewährleisten und Unfallrisiken zu minimieren.

Wann müssen Leitern und Tritte geprüft werden?

Die Häufigkeit Sie ihre Tritte und Leitern prüfen müssen, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Die DGUV empfiehlt grundsätzlich eine jährliche Leiterprüfung. Bei häufigem oder anspruchsvollem Einsatz der Leiter, beispielsweise im Freien oder in feuchten Umgebungen, sollte die Prüfung jedoch häufiger erfolgen. Nach Reparaturen oder Modifikationen an der Leiter ist ebenfalls eine erneute Prüfung erforderlich. Eine regelmäßige Leiterprüfung trägt dazu bei, Unfälle am Arbeitsplatz zu vermeiden und die Sicherheit der Mitarbeiter zu gewährleisten.

 

Zudem ist es erforderlich, dass sämtliche Mitarbeiter und Personen, die innerhalb des Betriebs Leitern oder Tritte nutzen, regelmäßig in der sicheren Handhabung dieser geschult werden. Diese Schulungen können entweder von einem speziell geschulten Mitarbeiter oder einem Fachmann durchgeführt werden.

Welche Verantwortlichkeiten trägt ein Unternehmer, der Leitern und Tritte bereitstellen und nutzen möchte?

Im Vorfeld der Bereitstellung und Verwendung von Leitern oder Tritten als Arbeitsplatz oder Zugang zu erhöhten Arbeitsplätzen hat der Unternehmer im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung zu überprüfen, ob die notwendigen Leiterprüfungen durchgeführt wurden.

Beispiele für bauliche Gegebenheiten umfassen:

  • Enge Treppenhäuser (Wendeltreppen)
  • Beengte Räume (Toilettenräume)
  • Schmale Regalgänge
  • Zugang zu Dächern/Dachöffnungen
  • Unzugänglichkeiten für Befahranlagen (Fahrgerüste oder Hubarbeitsbühnen) aufgrund von Treppen, Absätzen oder der Beschaffenheit des Untergrunds
Welche Kriterien sind für die Auswahl von Leitern und Tritten zu beachten?

Bei der Bereitstellung von Leitern und Tritten mit dem dazugehörigen Zubehör sind für den Unternehmer mehrere wichtige Überlegungen zu berücksichtigen. Die Auswahl von Leitern und Tritten sollte anhand verschiedener Kriterien erfolgen, darunter:

  • Die spezifische Arbeitsaufgabe
  • Die angewendete Arbeitsweise auf Leitern, wie beispielsweise das Verbot des Übersteigens bei Stehleitern
  • Ergonomische Bedingungen, besonders im Hinblick auf Arbeiten über Kopfhöhe
  • Die Entscheidung zwischen Sprossen- oder Stufenleitern abhängig von der Nutzungsdauer
  • Die zulässige Traglast der Leitern und Tritte
  • Die Beschaffenheit des Untergrunds, wie glatt, nachgiebig oder uneben
Worauf sollte man beim Einsatz von Leitern und Tritten achten?

Die Nutzung von Leitern birgt erfahrungsgemäß höhere Gefahren als der Einsatz anderer Arbeitsmittel. Jeder Mitarbeiter, der Leitern und Tritte verwendet, ist verpflichtet, zur Sicherheit und dem Gesundheitsschutz beizutragen.

Die Verhaltensregeln für den Einsatz von tragbaren Leitern sind zusätzlich in der auf der Leiter angebrachten Benutzungsanleitung durch Piktogramme dargestellt.

Was soll gemacht werden, wenn Leitern und Tritte Schäden aufweisen?

Der Arbeitgeber ist verpflichtet, beschädigte Leitern und Tritte außer Betrieb zu nehmen und so zu lagern, dass ihre Nutzung bis zur sachgemäßen Instandsetzung oder Entsorgung nicht möglich ist.

Instandsetzungsarbeiten von erheblichem Umfang sollten von Fachbetrieben oder dem Hersteller des Aufstiegs durchgeführt werden, darunter fallen beispielsweise das Einbördeln von Sprossen oder Schweißarbeiten.

Bei stark beschädigten Teilen von Schiebe- oder Mehrzweckleitern ist eine fachgerechte Instandsetzung möglicherweise nicht mehr durchführbar. In solchen Fällen kann eine Kürzung der Leiter in Betracht gezogen werden, wobei darauf zu achten ist, dass die neu eingebauten Leiterfüße sicher befestigt sind.

Welche sind die häufigsten Mängel und Fehler bei einer Leiterprüfung?

Ein verbreiteter Mangel ist das Fehlen von Prüfplaketten oder die falsche Beschriftung von Leitern. Dies kann durch das Anbringen einer korrekten Prüfplakette, die das Datum der letzten Prüfung und das nächste Prüfdatum angibt, vermieden werden. Ebenso ist es wichtig, die Leiter korrekt zu beschriften, einschließlich Angaben wie Hersteller, Modellnummer und maximaler Belastung, um falsche Beschriftungen zu verhindern.   Das Fehlen von Dokumentationen stellt einen weiteren häufigen Mangel dar. Um dies zu vermeiden, ist die sorgfältige Aufbewahrung aller relevanten Unterlagen, die die Leiterprüfung belegen, unerlässlich. Durch die Vermeidung dieser Mängel kann sichergestellt werden, dass die Leitern ordnungsgemäß und sicher gemäß den Vorschriften geprüft werden.

Wie lange dauert eine Leiterprüfung?

Die Dauer einer Leiterprüfung variiert und ist von verschiedenen Faktoren abhängig, darunter die Größe und Anzahl der zu prüfenden Leitern sowie die Verfügbarkeit des Prüfers. In der Regel dauert eine solche Prüfung zwischen 15 Minuten und einer Stunde. Bei umfassenderen Überprüfungen kann der Zeitrahmen auch darüber liegen.

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